15 Fototipps für Gruppen- und Familienfotos

„Stellt euch mal alle zusammen … und jetzt CHEESE!“ – dieses Szenario kennt man nur zu gut von Familienfeiern und Festen. Bilder, die so entstehen, sind aber meistens enttäuschend: Manche haben die Augen zu, andere verziehen den Mund und die ganze Situation wirkt eher steif. Mit den folgenden einfachen Tipps gelingen Ihre Familien- und Gruppenfotos besser – und das ganz unkompliziert:

Generelle Fototipps für Gruppenfotos

  • Anordnung: Eher knapp zusammenstellen und darauf achten, dass jedes Gesicht sichtbar ist.
  • Perspektive: Bei größeren Gruppen ruhig auch neue Perspektiven ausprobieren – fotografieren Sie vom Balkon oder einer Galerie aus. Dynamische Fotos entstehen, wenn Sie die Personen auf Kommando springen oder winken lassen.
  • CHEESE: Bitte nicht! Lieber die Gruppe unmittelbar vorm Fotografieren auflockern – sie z. B. spontan tanzen lassen, das stimmt fröhlich und lässt natürliche Fotos entstehen.
  • Zeitpunkt: Bei Fotos im Freien auf eine Wolke warten, die die Sonne verdeckt, damit nicht gezwinkert wird.
  • Augen auf: Bitten Sie die Gruppe, die Augen zu schließen und auf Ihr Kommando („1, 2, 3“) wieder zu öffnen. Gleich abdrücken.
  • Serienaufnahme: Aktivieren Sie den Serienaufnahme-Modus Ihrer Kamera – das steigert die Chance auf ein Foto, bei dem alle die Augen geöffnet haben.

    gruppe von menschen

    Gruppenportraits leicht gemacht mit den Fototipps von HappyFoto. (c)istock

Fototipps für Familienfotos

  • Anordnung: Das Familienoberhaupt oder der/die Älteste sollte zentral platziert sein, evt. mit einem Enkerl am Schoß.
  • Verbindung: Damit das Familiengefühl auch am Foto rüberkommt, ruhig auch mal die Hand um eine Schulter legen, sich jemandem zuneigen oder leicht anlehnen. Möglichst nahe aneinander stehen/sitzen, denn Leerräume wirken am Foto größer.
  • Stimmung: Bitten Sie jemanden, eine Familienanekdote zu erzählen. Das lockert die Stimmung auf, und Sie ergattern auch zwischendurch gute Schnappschüsse.
  • Bei Tisch: Fotos beim Essen sind meist unvorteilhaft – warten Sie lieber ab, bis gemütlich ein Glas Wein getrunken wird.
  • Hintergrund: Suchen Sie nicht zwanghaft nach einer weißen Wand – Familienfotos sind authentisch, wenn sie in einer tatsächlichen Szenerie, z. B. auf und neben einer kleinen Couch entstehen.

    Familiengefühl kann am Foto durch Nähe und nette Berührungen gezeigt werden (c) fotolia user monkey business

    Familiengefühl am Foto durch Nähe und nette Berührungen zeigen. (c) fotolia-monkey business

Fototipps für Gruppenfotos

  • Teamfoto: Träger von weißen Hemden eher im Hintergrund bzw. verteilt platzieren, damit keine dominanten hellen Flächen entstehen.
  • Freunde: Lockere Fotos von Freunden entstehen, wenn eine Person im Vordergrund steht und die anderen versetzt im Hintergrund. Achtung – nicht zu weit auseinander stellen, sonst wirkt das Bild zerrissen.
  • Urlaubergruppe: Bei Städtetrips Treppen nützen, um große Gruppen auf ein Foto zu bekommen. Im Urlaub bieten sich auch situationsbezogene Gruppenfotos an: Beim Wandern können sich die Urlauber auf einen Zaun setzen und daneben stellen, zusätzlich kann man im Hintergrund die Hütte anschneiden, wo übernachtet wird. Bei Kleingruppen hilft die Drittel-Regel.
  • Kinder: Ganz nahe zusammenstellen, Hände über die Schultern legen und vor allem mit ihnen kommunizieren und Spaß haben. Wenn sie vertieft und abgelenkt sind zum Herschauen bewegen und abdrücken. Kleine Kinder mit Handpuppen hinter dem Fotografen locken.

Zeigen Sie uns Ihr schönstes Familienfoto oder Gruppenfoto – wir freuen uns, wenn unsere Tipps für Sie hilfreich sind. (Fotoupload in der Kommentarfunktion möglich.)

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Weitere Tipps zum Planen und Arrangieren von Familienfotos finden Sie hier (auf Englisch).

Tipp für gute Fotos: die Drittel-Regel

Die Drittel-Regel anhand einer Landschaft (c) Wikipedia-User Moondigger

Klicken Sie auf das Bild, um die Linien der Drittel-Regel anhand der Landschaft zu sehen (c) Wikipedia-User Moondigger

Oft wird beim Fotografieren das Zentrum des Interesses auch ins Zentrum des Fotos gesetzt. Das klingt zwar logisch, ist aber nur in wenigen Fällen der richtige Weg, um ein spannendes und interessantes Bild zu gestalten. Versuchen Sie lieber ganz bewusst, Ihr Motiv nicht mittig zu platzieren – als Richtwert dient der „Goldene Schnitt“:

Der Goldene Schnitt

Der Goldene Schnitt gilt als der Inbegriff von Ästhetik und Harmonie und wird seit langem in Kunst und Malerei eingesetzt. Die Proportionslehre des Goldenen Schnitts wurde als Fototipp zu einer Gestaltungsregel, der sogenannten Drittel-Regel vereinfacht:

  • Teilen Sie Ihr Bild waagrecht in drei gleich große Teile – dritteln Sie die Bildfläche also mit zwei gedachten Linien.
  • Das gleiche geschieht senkrecht: ziehen Sie zwei gedachte Linien, um die Höhe des Bildes zu dritteln.
  • Platzieren Sie Ihr Motiv nun an einem der Schnittpunkte bzw. entlang einer Linie – so werden die Bildabschnitte in ein harmonisches Verhältnis zum Format gesetzt und Sie können bei der Anwendung besseres Fotografieren lernen.

Praktische Fototipps zum Anwenden des Goldenen Schnitts:

  • Landschaft: Der Horizont bzw. Seeufer oder Flussläufe sollten entlang einer waagrechten Drittellinie verlaufen
  • Personen: Bei klassischen Portraits sollten die Augen bzw. bei Gruppenfotos die Köpfe an einer waagrechten Drittellinie platziert sein
  • Natur: Wasserfälle, Bäume, Architekturobjekte oder auch Personen mit Hintergrund an senkrechten Linien platzieren
  • Autofokus: Viele Kameras stellen automatisch den Bildmittelpunkt scharf. Fokussieren Sie also zuerst Ihr Motiv in der Mitte (Auslöser leicht gedrückt halten) und schwenken Sie dann die Kamera – so wird Ihr Motiv scharf.
  • Ausnahmen bestätigen die Regel – der Goldene Schnitt soll nicht zwanghaft eingesetzt werden, bei manchen Motiven wirken bewusst extreme oder symmetrische Motive besser.
  • praktische Hilfe: Bei den meisten Digitalkameras kann man „Gitterlinien“ einblenden – so hat man die Hilfslinien direkt am Display vor sich.

Unsere Fototipps und Neuigkeiten zum Fotografieren erscheinen zweimal wöchentlich – geben Sie hier  Ihre E-Mailadresse an, um automatisch informiert zu werden.

Weitere Tipps und Erklärungen der Drittel-Regel für die Fotografie unter www.digital-photography-tips.net und im Buch von Almut Adler: „Das weibliche Auge – anders sehen, anders fotografieren“ auf Google Books.

Wie fotografiert man ein Portrait?

leicht seitliches Portrait (c) istock

Mit einfachen Tipps zum sympathischen Portraitfoto

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Für ein gut fotografiertes Portrait ist das Motiv genauso wichtig wie der Fotograf. Denn nur wenn sich der oder die Portraitierte auch richtig wohl fühlt, gelingt ein tolles Foto. Eines gleich vorweg: Das gute alte „Cheeese“ hat ausgedient. Denn so werden nur die Augen zugekniffen, es entsteht aber kein natürliches Lächeln. Besser, man sorgt als Fotograf für gute Laune und lockert die Stimmung auf. Dann bekommt man schnell ein natürliches Lächeln, bei dem auch die Augen strahlen.

Fototipps für gute Portrait-Photographie

  • Um eine Person gut zu portraitieren, lohnt es sich, vorher Glanzstellen dezent wegzupudern und abstehende Haare anzulegen.
  • Fotografieren Sie die Person nicht frontal, sondern leicht seitlich. So wirkt das Gesicht zarter und das Motiv spannender.
  • Seitlicher Lichteinfall lässt die fotografierte Person natürlich und harmonisch wirken und gibt eine schöne Form.
  • Experimentieren Sie mit der Perspektive: Gehen Sie leicht in die Knie oder stellen Sie sich auf die erste Stufe einer Leiter – Sie werden staunen, wie anders die Fotos wirken.
  • Probieren Sie verschiedene Hintergründe aus: ruhige Hintergründe wie pastellfarbene Wänden oder großformatige Bilder. Besonders im Freien tun sich tolle Möglichkeiten auf, z. B. blauer Himmel oder eine Blumenwiese.
  • Im Freien ist es besser, das Portrait im Schatten zu fotografieren bzw. auf ein paar Wolken zu warten. Dann herrscht nämlich weicheres Licht, und die fotografierte Person hat nicht das Bedürfnis, die Augen zusammenzuzwicken.
  • Weitere Tipps zu Portraitfotos: Die Drittel-Regel

Hier eine nette Video-Anleitung (auf englisch) für den/die Portraitierten: Wie schaut man auf Fotos gut aus?

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