Stereoskopie – Was ist das?

Stereoskopie – Was hinter diesem Begriff steckt, die Geschichte dazu, wie solche Bilder entstehen und viele weitere interessante Fakten haben wir hier für Sie zusammengefasst. Lesen Sie mehr darüber im folgenden Beitrag.

Der Begriff „stereos“ bedeutet „räumlich“ oder „körperhaft“ und kommt aus dem Griechischen. „Scopeo“ ist die visuelle Betrachtung. Zusammengefasst könnte man sagen, der Begriff Stereoskopie ist die Wiedergabe von Bildern mit einem räumlichen Eindruck von Tiefe, der physikalisch nicht vorhanden ist. Durch diese Methode erscheinen zweidimensionale Bilder vermeintlich dreidimensional, da eine enorme Tiefenwirkung durch diese Art der Fotografie in den Bildern erzeugt wird. Fast jeder Mensch ist in der Lage, die Umgebung dreidimensional zu sehen. Dies ist damit zu erklären, dass jedes unserer beiden Augen das Gesehene aus einer anderen Perspektive wahrnimmt. Diese beiden unterschiedlichen Informationen werden im Gehirn miteinander verbunden und wodurch eine räumliche Wahrnehmung ermöglicht wird.

Die Geschichte der Stereoskopie

Die Stereoskopie reicht weit in die Geschichte zurück. Schon im 4. Jahrhundert vor Christus befasste sich der griechische Mathematiker Euklid in seinen Lehrbüchern zur Mathematik mit der Stereometrie. Im 19. Jahrhundert entwickelte der englische Physiker Sir Charles Wheatstone ein Spiegelstereoskop, um damit Stereobildpaare, die von ihm berechnet und gezeichnet wurden, betrachten zu können. Bereits davor hatte er sich mit dem räumlichen Sehen beschäftigt und stellte fest, dass zwei ungleiche Bilder durch unsere beiden Augen entstehen. Er experimentierte weiter und entwickelte im Jahr 1838 ein weiteres Stereoskop – das Prismen-Stereoskop. 1849 stellte Sir David Brewster die erste Zweiobjektiv-Kamera vor, mit der man erstmals bewegte Schnappschüsse stereoskopisch festhalten konnte. Im selben Jahr vereinfachte Brewster auch das Stereoskop, indem er die Spiegel durch linsenartig geschliffene Prismen ersetzte. Seine Versuche dienten in erster Linie der Physik und nicht der Fotografie. Kurze Zeit darauf wurde dieses Wissen in der Fotografie aufgegriffen und viele Fotografen versuchten, mit dieser Methode räumliche Bilder zu schaffen. Es folgten viele Modelle von Kameras mit Stereoskopen. Nach 1850 gewann die Fotografie mehr und mehr an Popularität und in weiterer Folge auch die Stereoskopie-Aufnahmen.
Im Jahr 1861 baute Oliver Holmes einen Betrachter mit Schärfeeinstellung und umlegbarem Handgriff, um die Bilder komfortabler ansehen zu können. Wir sprechen hier von dem „Holmes Stereoskop“. Am Ende des 19. Jahrhunderts ging die Nachfrage nach der Stereoskopie zurück und nach dem ersten Weltkrieg geriet diese Methode fast in Vergessenheit, da es neue modernere Darstellungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel den Tonfilm, gab.
Heute gibt es nur noch wenige „Liebhaber“, die über eine entsprechende Ausrüstung und das notwendige Wissen zu dieser einzigartigen Methode, dreidimensionale Bilder entstehen zu lassen, verfügen.

Wie entstehen Stereoaufnahmen?

Die einfachste und kostengünstigste Variante ist, ein Motiv mit einer „normalen“ Kamera aufzunehmen. Anschließend wird gleich eine zweite Aufnahme geknipst, bei der allerdings die Kamera etwas seitlich versetzt wird, das heißt, die Kamera sollte um ca. 6 cm – den Augenabstand – verschoben werden. Das zu fotografierende Motiv sollte ca. 3 Meter von der Kamera entfernt positioniert werden und sich wenn möglich nicht bewegen oder irgendwie verändern.
Weiters gibt es auch sogenannte Stereoaufsätze für Kameras. Hier werden mit einer Aufnahme gleich zwei Bilder geschossen, somit können auch bewegte Objekte fotografiert werden.
Darüber hinaus gibt es spezielle Vorrichtungen, um zwei Digitalkameras nebeneinander zu positionieren und dementsprechend zu verbinden, damit der Auslöseknopf der beiden Kameras zur selben Zeit betätigt werden kann.
Und zu guter Letzt gibt es natürlich auch spezielle Stereo-Kameras, mit denen ohne großen Aufwand durch zwei Objektive gleichzeitig Aufnahmen gemacht werden können.
Die zwei entstandenen Bilder werden in der gleichen Ebene nebeneinander gelegt, dies ist derselbe Effekt, wie wenn beim natürlichen Sehen ein reales räumliches Objekt betrachtet wird. Die räumliche Auswertung passiert dann durch die Verschmelzung der beiden Bilder im Gehirn. Wichtig ist, dass ohne diesen geringen Bildunterschied keine räumliche Wahrnehmung entstehen würde.





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