Kite Aerial Photography

In diesem Beitrag stellen wir Ihnen die Kite Aerial Photography (auch bekannt unter der Abkürzung KAP oder Drachen-Luftbildfotografie) vor, ein Verfahren, bei dem die Zugkraft eines Fessel-Drachens genutzt wird, um eine Kamera in eine erhöhte Position zu befördern.

Die Kite Aerial Photography gibt es bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts. Dabei wird eine Kamera, die sich in einer entsprechenden Vorrichtung befindet, mit einem sogenannten Fessel-Drachen in die Luft transportiert. Damit der Flugverkehr nicht gestört wird, ist die Flughöhe dieser Drachen hierzulande auf 100 Meter Höhe begrenzt. Aus diesem Grund erhält man bei der Kite Aerial Photography sehr detaillierte Aufnahmen der Umgebung in den Maßstäben der gewohnten Sehweise, die in dieser Form bei Aufnahmen aus Flugzeugen, Hubschraubern oder von Satelliten nicht möglich sind.

Wie funktioniert die KAP? Zuerst wird der Drache in die Höhe gebracht, bis er stabil in der Luft schwebt. Wenn der Wind ausreichend und konstant ist, wird die Kamera mit der dementsprechenden Vorrichtung an die Leine gehängt und die Schnur abgerollt, bis die gewünschte Aufnahmehöhe erreicht ist. Durch Umhergehen kann das System nun in die gewünschte Position gebracht und die Kamera mittels Funk-Fernsteuerung ausgelöst werden. Man kann eigentlich nur auf „Gut- Glück“ den Auslöser drücken und hoffen, einen guten Schnappschuss erwischt zu haben. Deshalb ist es ratsam, mit Digitalkameras zu arbeiten, da nicht zufriedenstellende Aufnahmen jederzeit wieder von der Speicherkarte gelöscht werden können. Bei der Kamerawahl spielt natürlich das Gewicht eine sehr wichtige Rolle, denn eine Kamera, die für Kite Aerial Aufnahmen verwendet werden soll, darf nicht zu schwer sein.

Geschichte der Kite Aerial Photography

Es ist nicht genau geklärt, wer wirklich der Erfinder der Kite Aerial Photography ist. Die Anfänge der KAP-Geschichte sind sowohl in Amerika als auch in Frankreich zu finden. Vermutlich hat im Jahr 1895 William A. Eddy, ein Erfinder aus Amerika, die ersten Drachen-Luftbilder aufgenommen. Der aus Frankreich stammende Arthur Batut wurde im Jahr 1896 als der Erfinder der KAP in Europa bekannt. Nach drei Fehlversuchen soll er schon im Jahr 1889 eine Aufnahme seiner Heimatstadt aus 90 Meter Höhe gemacht haben. Damals musste der Drache noch nach jedem geschossenen Bild wieder auf den Boden gebracht werden, weil die Filmplatte ausgetauscht werden musste.
Im Jahr 1902 wurde von dem Amerikaner Silas J. Conyne ein Patent auf einen Drachen eingetragen. Dieser KAP-Drache wies gegenüber den Vorgängern einige Verbesserungen auf. So flog dieses Modell auch bei geringem Wind sehr gut und es wird auch heute noch in ähnlicher Form gebaut.
Vier Jahre später, im Jahr 1906, gelang George Lawrence eine der berühmtesten KAP-Aufnahmen der Welt: San Francisco nach dem verheerenden Erdbeben. Die Kameras löste er mittels Zündschnüren, die an den gestaffelten Drachen befestigt wurden, aus und konnte so ein 45 x 120 cm großes Negativ belichten.
1916 – 1918 machte sich der Archäologe Theodor Wiegand diese Methode zu Nutze, um Altertümer in Palästina zu dokumentieren. Die KAP-Aufnahmen wurden allerdings mit der Zeit von der Luftbildfotografie per Flugzeug abgelöst, da diese viele Vorteile – zum Beispiel die geringere Abhängigkeit von Wind und Wetter sowie schneller Ortswechsel – mit sich brachte.





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