Brieftaubenfotografie

Was genau ist Brieftaubenfotografie? Wann und von wem wurde sie erfunden? Wofür wurde sie verwendet? All diese Fragen und weitere Informationen lesen Sie im folgenden Beitrag.


Brieftaubenfotografie ist eine erste Variante der Luftbildfotografie, die Anfang des 20. Jahrhunderts von Julius Neubronner (*1852, † 1932), einem deutscher Apotheker, erfunden wurde. Wie oben auf dem Bild zu erkennen ist, wird dabei einer Taube eine Kamera umgebunden, die auf einem Geschirr aus Leder, Gummibändern und Aluminium an der Brust befestig wurde. Die Ursprünge der Luftbildfotografie finden sich allerdings schon einige Jahre früher – es wurden Aufnahmen von Ballons und Drachen aus gemacht.

Wie kam Julius Neubronner zu seiner Idee?

Im 19. und 20. Jahrhundert war es üblich, Tauben als Boten für Nachrichten einzusetzen. Dadurch, dass Neubronner Apotheker war, kam er auf die Idee, Brieftauben nicht nur mit Nachrichten, sondern auch mit Medikamente zu versehen. Nachdem eine Brieftaube einige Wochen zu spät ankam, hatte er die Idee, sie mit einer Kamera zu versehen, um ihren Weg aufzuzeichnen.

Wo wurde die Erfindung eingesetzt?

Im ersten Weltkrieg gab es großes Interesse seitens des Militärs an seiner Erfindung, da damals Luftaufnahmen nur sehr umständlich – wie oben erwähnt mit Ballons und Drachen – gemacht werden konnten. Die Tauben ermöglichten es, aus einer geringeren Höhe genauere Aufnahmen zu liefern. Das große Problem dabei war allerdings, den Tauben beizubringen, in einen durch Kriegshandlungen nur oftmals wenige Meter versetzten Taubenschlag zurückzukommen. Neubronner versuchte eine Lösung zu finden und baute einen kleinen Wagen mit einer integrierten Dunkelkammer und einem Taubenschlag, auf dem er junge Tauben trainierte, immer wieder in diesen einen Schlag zurückzukehren, auch wenn er nicht mehr an derselben Position wie beim Abflug stand. Der Staat wollte diese Erfindung selbst testen und Neubronner musste seine Tauben und die Ausrüstung der Armee übergeben. Der fahrbare Taubenschlag wurde bei einigen Schlachten eingesetzt und hat sich auch bewährt. Das Kriegsministerium schrieb jedoch nach dem Krieg an Neubronner, dass weitere Experimente nicht geduldet würden und diese Fotografie keinen militärischen Nutzen mehr hätte.
Später, im zweiten Weltkrieg wurde die Brieftaubenfotografie, obwohl sie nach dem Ende des ersten Weltkrieges abgelehnt wurde, wieder eingesetzt. Julius Neubronner, der Erfinder, war an diesen Experimenten allerdings nicht mehr beteiligt.





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