Jubiläumsjahr: Die Anfänge der Fotografie

Im ersten Teil der Jubiläumsreihe präsentierten wir Ihnen den offiziellen Erfinder der Fotografie, Louis Jacques Mandé Daguerre. In diesem zweiten Teil entführen wir Sie zu den Anfängen der Fotografie – denn bereits vor dem Jahr 1839 wurden fotografische Aufnahmen gemacht.

Schon im 17. Jahrhundert verwendeten Maler wie etwa Jan Vermeer Lochkameras, die sich zur Camera obscura weiterentwickelten, für Bildprojektionen. Diese Bildprojektionen konnten von ihnen maßstabgetreu nachgezeichnet werden. Die Funktionsweise war Folgende: Das Licht fiel durch die Linse in den dunklen Kasten. Mit Hilfe eines Spiegels wurde der Strahl auf eine Glasscheibe umgelenkt und konnte nachgezeichnet werden.

Negativ-Positiv-Verfahren 1835 entwickelt

Nur wenige Jahre vor der offiziellen Geburtsstunde der Fotografie legte der Engländer William Henry Fox Talbot mit der Erfindung des Negativ-Positiv-Verfahrens den Grundstein für die Reproduktion von Fotografien. Das Negativ produzierte er, in dem er weißes Papier in eine Kochsalzlösung tauchte und danach mit Silbernitratlösung bestrich. Dadurch bekam er ein lichtempfindliches Trägermaterial, das er in kleine Kameras legte. Dieses stellte nach dem Belichten eine negative Abbildung dar. Nach der Belichtung entwickelte er aus dem Negativ einen Positivabzug. Dafür verwendete er heißes Wachs, um das Negativ durchsichtig zu machen und belichtete es für einige Minuten in der Sonne. Talbot bezeichnete das Verfahren als Kalotypie. Ein großer Nachteil seiner Aufnahmen war allerdings die schlechte Bildqualität, denn die Aufnahmen waren sehr grobkörnig und die Maserung des Papiers war deutlich zu erkennen.

Daguerreotypie setzte sich durch

Wie bereits im ersten Teil der Serie beschrieben setzte sich die Daguerreotypie ab 1839 durch und blieb über zwei Jahrzehnte lang das vorherrschende fotografische Verfahren. Über die Nachteile sah man hinweg. Ein Berufsfotograf erblindete beispielsweise aufgrund seiner Arbeit mit den giftigen Jod- und Silberdämpfen, die für das Daguerreotypie-Verfahren benötigt wurden.





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