Fototrends der Fotomesse in Yokohama

In der japanischen Hafenstadt Yokohama, direkt vor den Toren von Tokyo, scheint sich ein neuer Treffpunkt der internationalen Fotoindustrie und des Handels zu etablieren. In dem modernen Pacifico Kongresszentrum fand im Februar die CP+ Fotomesse statt und machte die jüngsten Trends für die kommenden Monate und Jahre deutlich: Fotografieren wird einfacher, vielseitiger und auch die notwendige Ausrüstung für den kreativen Fotografen leichter.

Systemkameras hoch im Trend

Mehr noch als in Europa stehen in ganz Asien die neuen Systemkameras mit Wechselobjektiven ohne Reflexspiegel im Mittelpunkt des Interesses. Es sind aber nicht nur die einfache Bedienung, das geringere Gewicht und die ständig steigende Bildqualität, die die neue Kameraspezies so interessant machen, es ist auch die neue Flexibilität, die diese Systeme hinsichtlich der Verwendung von Zubehör anderer Hersteller ermöglichen. Nicht nur die Austauschmöglichkeiten von Objektiven unterschiedlicher Kamerasysteme begeistern hier im Osten die Verbraucher.

Flexible Kamerasysteme mit Wechselobjektiven

Ebenso angetan ist man von den Adaptiermöglichkeiten nahezu aller, auch älterer Objektive an die neuen Kameras. Erfreut wurde deshalb auch die Ankündigung von Sony aufgenommen, sein neues NEX-Bajonett, den E-Mount Anschluss auch für Fremdhersteller nutzbar zu machen.  Ab dem 1. April 2011 will Sony für interessierte Objektivproduzenten die Spezifikationen für den E-Mount Anschluss über ein kostenloses Lizensierungsverfahren freigeben. Schon auf der Messe haben Firmen wie Cosina, Carl Zeiss, Sigma, Tamron und Voigtländer den Schritt zu mehr Offenheit von Sony begrüßt und die Entwicklung neuer Objektive für das NEX-System angekündigt.

Interessant war auch eine von Ricoh für das GXR System vorgestellte, systemerweiternde Lösung. Das Unternehmen zeigte auf der Messe den Prototypen eines Objektiv-Moduls mit Leica M-Bajonett. Das Modul, das noch in diesem Jahr auf den Markt kommen soll, würde es ermöglichen alle Objektive mit M-Bajonett und über entsprechende Adapter auch die von weiteren Herstellern zu verwenden. Damit würde das Ricoh GYR-System zu einem der flexibelsten Kamerasysteme mit Wechselobjektiven.

Individuelle Farben und Designs für Kameras

Ein weiterer Trend zeigte sich in dem wachsenden Wunsch der Verbraucher nach Individualisierungsmöglichkeiten für ihre Kamera-Ausrüstungen. Die Hersteller kamen diesem Wunsch in Japan durch immer mehr Farb- und Designvarianten für ihre Produkte nach. Das gilt nicht mehr nur für die stylischen Kompaktkameras, sondern zunehmend auch für die Spiegelreflexmodelle. Vorreiter auf der Messe war hier Pentax. Das inzwischen zum Glaskonzern Hoya gehörende Traditionsunternehmen Pentax zeigte gleich eine ganze Wand mit Farbvarianten seines K-r Spiegelreflex-Erfolgsmodells. Schon zur letzten photokina hatte Pentax die mit Swarowski-Steinen besetzte K-m Crystal gezeigt.

Aber auch die Zubehörindustrie will am wachsenden Trend bei den Verbrauchern zur Personalisierung und Individualisierung ihrer Geräte mitverdienen. In den großen japanischen Fotoläden quellen die Regale über von Aufklebern oder Strass und Anhängern, mit denen sich die Kamera als die Eigene besonders kennzeichnen lässt.

Mobile Fotografie beliebt

Auch in Japan gilt die Erkenntnis vieler, dass die beste Kamera jene ist, die man dabei hat, um keine Fotogelegenheit zu verpassen. So hat beispielsweise Panasonic seine Kameramarke Lumix jetzt erstmals auch auf ein Fotohandy übertragen. Das Handy sieht eher aus wie eine Kompaktkamera, verfügt über einen 13,2 Megapixelsensor und sorgt mit seinem Mobile Venus Engine Prozessor für exzellente Bildqualität, die auch für großformatige Abzüge oder den Druck in einem Fotobuch genügt. Wie die Panasonic Lumix Kameras bietet auch das Camphone intelligente Automatiksteuerung, zahlreiche Motivautomatiken, eingebauten Blitz und Zoomfunktion.

Fotoworkshops begeisterten internationale Besucher

Über 50.000 Besucher strömten zu der noch jungen Fotomesse CP+ in das Pacifico Kongresszentrum von Yokohama. Doch nicht nur die ausgestellten neuen Produkte sorgten für reges Interesse der Besucher. Parallel fanden auch zahlreiche Vorträge, Workshops und Seminare statt, auf denen Besucher sich über neueste Techniken informieren konnten, aber auch von bekannten Fotografen Tipps erhielten, wie sie ihre Aufnahme für den Betrachter interessanter gestalten können. Die gut besuchten Veranstaltungen sind keineswegs nur vom einheimischen Publikum besucht, dank der Simultanübersetzung ins Englische waren auch zahlreiche internationale Gäste auszumachen.



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