Fotohandys – Ende für Kompaktkameras?

Immer mehr Menschen fotografieren und filmen mit dem Handy. Die Qualität der Handyfotos ist so gut, dass der angesehene Steidl Verlag sogar einen mit dem iPhone fotografierten Fotokunstband mit dem Titel iDubai  des Fotokünstlers Joel Sternfeld auf den Markt gebracht hat.

Die Erfolge der Social Communities wie flickr, Youtube und Facebook, die zu großen Teilen mit Handyfotos gefüttert werden, veranlassten die österreichische Tageszeitung „Der Standard“  in der Ausgabe vom 29.11.2010 bereits dazu, das Ende hochwertiger und leistungsstarker Kameras heraufzubeschwören. Dabei nannte der Autor des Abgesangs auf die Kompaktkamera selbst den Kameratyp, aus dem die zweitmeisten Fotos auf den Social Media Seiten im Internet stammen, nämlich die SLR-Kameras.

Der Kampf um den Platz am Mann

  • Ja, die meisten Fotos auf den Seiten der Internet  Communities stammen von Smartphones.
  • Ja, es gibt mehr Kamerahandys als Kompaktkameras.
  • Ja, es werden mehr Fotos und Videos mit dem Handy gemacht als mit der Digitalkamera.
  • Aber warum bedeutet das noch lange nicht das Ende der Kompaktkameras?

Ganz einfach: In der Diskussion um die beste Kamera, wird am Ende immer als Ergebnis stehen – die beste Kamera ist die, die man dabei hat. Und immer dabei hat der Mensch heute, neben dem Haustürschlüssel und der Geldbörse sein Telefon, meist mit integrierter Kamera. Das gestattet ihm, wenn auch mit begrenzter Qualität alles, was ihm wert erscheint, zu fotografieren und zu filmen, und diese Fotos direkt und ohne Zwischenschritt über einen PC in das Internet hochzuladen. Das spontane Bild für den Augenblick hat die Welt der Fotografie enorm erweitert und die Kommunikation mit Fotos zu einem Massenphänomen gemacht.

Qualität vs. Verfügbarkeit

Doch Fotografie ist mehr. Dem Wunsch nach sofortiger Kommunikation mit Bildern steht der Traum von der Gestaltung individueller Fotos gegenüber – oder auch der Triumph des Augenblicks dem Glanz der Dauer. Ja, Handys haben das Fotografieren einfacher gemacht und sie haben der Fotografie viele Erweiterungen beschert. Beispielsweise ist die Integration der Koordinaten des  Aufnahmestandpunkts in die Bilddatei bei vielen Handys bereits Standard, im Bereich der Kompaktkameras dagegen noch eine Ausnahme.

Dennoch wird die Kompaktkamera nicht vom Markt verschwinden, im Gegenteil: Ihr gehört die Zukunft, denn alles, was SLR-Kameras heute können, wird zukünftig auch mit Kompakten möglich sein. Nur einfacher und leichter …



  1. Hallo!

    Sehr guter und interessanter Artikel, der die Vor- und Nachteile eigentlich schon klar zusammenfasst.
    Als „User“ finde ich, der einzige Vorteil einer Smartphone-Kamera ist dass man sie fast immer mit hat, und das ist natürlich je nach Situation sehr gut, weil man zumindest irgendwie ein Bild zur Erinnerung machen kann.

    Für bewusstes Fotografieren-Gehen wird aber immer eine SLR ihre Berechtigung behalten, weil nicht nur die Qualität mit dedizierten Kamerabauteilen natürlich um Klassen besser ist als sie bei einem Smartphone, wo die Kamera nur Zusatzfeature auf extrem kleinem Raum ist, sein kann. Die Möglichkeiten mit Objektiven und Zubehör kann ein Smartphone aufgrund seines Bautyps auch nicht bieten.

    Etwas, das Smartphones für Schnappschüsse noch brauchbarer machen könnte, wäre eine optische Zoommöglichkeit, statt sinnlos die Megapixelzahl zu steigern, denn das nützt bei den kleinen Chips wie wir wissen relativ wenig.

    Prinzipiell denk ich, dass alle 3 Klassen – Smartphones, Kompaktkameras und SLRs
    – weil sie für verschiedene Situationen und Anwendungen optimiert sind, natürlich weiterhin gebraucht werden.
    Es gibt ja auch nicht nur eine Art von Autos, von Schuhen oder von den meisten anderen Dingen – man sollte doch für jedes Bedürfnis das Optimale nutzen können.

    ciao Markus
    http://www.MWorx.at Photography

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